Von der Gesellschaft toleriert und doch eine Droge
Mich wundert es wirklich nicht, dass Alkohol so ein Problem darstellt. Denn ob man es wahr haben will oder nicht: Alkohol ist und bleibt eine Droge! Die Droge Alkohol wird zwar gerne als Genussmittel bezeichnet und wird in der Gesellschaft toleriert, trotzdem kann man nicht abstreiten, dass dieses "Genussmittel" jede Menge Schäden anrichtet ...
ALKOHOL IM VERKEHR
Das "Genussmittel" ist hier sehr oft Ursache eines Unfalles, bei dem nicht nur Schuldige sterben. Genau das ist eine der Frechheiten. Wie kann man es nur verantworten, dass man total betrunken ins Auto steigt? Und manche Leute sind dann teilweise so besoffen, dass sie gar nicht mehr gehen, geschweige denn aufrecht stehen können.
ALKOHOL IN DER SCHWANGERSCHAFT
Kinder mit schwersten Entzugserscheinungen kommen zur Welt, teilweise sterben sie noch an ihrem ersten Tag, und weshalb? Weil die Mutter während der Schwangerschaft immer wieder ein Rendezvous mit einer Alkflasche hatte. Hat jemand schon mal von so einem Fall in punkto Rauchen gehört? Ich, jedenfalls nicht (ich lasse mich gerne eines besseren belehren). Und dann wagen es die Alkoholiker noch mit den Fingern auf die Raucher zu zeigen ... Naja, über irgendwen müssen sich die Alkofixe ja aufregen, um von ihrer eigenen Unzulänglichkeit abzulenken.
ALKOHOL UND JUGENDLICHE
Gerade bei jungen Leuten ist es besonders arg, bei denen ist ja Alkohol total "in", im speziellen diese Alkopops, die von ihrem Alkoholgehalt her immer wieder weit unterschätzt werden, nur weil sie so süß schmecken. Ja, aber genau das ist doch die Masche der Konzerne, die diese Gesöffe herstellen!
KEIN VERSTÄNDNIS
Ich habe kein Verständnis für Alkoholtrinker, im speziellen für Alkolenker und ebenfalls kein Verständnis für die Konzerne, die Alkohol herstellen. In dem Zusammenhang möchte ich auch gleich sagen, dass ich diesen "BeerTender" für total bescheuert halte. Naja hauptsache, die Konzere haben Konten voller Geld, auch wenn sie damit eine Volkssucht fördern. Und auch wenn dadurch Menschen zu schaden kommen und das ohnehin brüchige Sozialsystem Unmengen an Ausgaben tätigen muss, um Süchtige wieder vom Alkohol zu entwöhnen. Null Verständnis hab ich auch für die Politiker, die die Macht hätten etwas zu ändern, aber es nicht tun. Ich habe einzig und allein Verständnis für Alkoholsüchtige, die eine Entwöhnung in Anspruch nehmen möchten und auch den nötigen Willen mitbringen.
ALKOHOLPREISE
Eine der Ursachen, warum Menschen zu Alkohol greifen, das sind sicher die Preise. In den meisten Wirtshäusern ist das Bier billiger als ein Coke. Zum Glück gibt es mittlerweilen immer mehr Gaststätten-Betreiber, die diese Preispolitik auf den Kopf stellen. Aber das genügt noch lange nicht, es müssen alle Wirte an einem Strang ziehen. Erst wenn die Alkoholpreise unverschämt teuer sind werden die Menschen überlegen, ob sie dafür ihr hart verdientes Geld ausgeben. Das gilt aber sicher nicht für jene, die schon tief in der Sucht drin stecken, von denen würden die meisten trotzdem Alkohol kaufen. Sie brauchen sie doch, ihre Droge. Eine Preiserhöhung wäre sowas wie ein Präventivschlag, man könnte den Griff zur Flasche eindämmen. Was ist denn so schwer dran, einfach die Preise für Alkohol zu erhöhen? Ich sehe da kein Hindernis. Natürlich hat das jeder Gaststätten-Betreiber für sein Wirtshaus selbst zu entscheiden, aber die Politiker könnten (oder sollten sogar) jene fördern, die es tun. Statt Alkohol kann man dann ja alkoholfreie Getränke zu günstigen Preisen ausschenken.
ALKOHOL IN LEBENSMITTELN
Ärgerlich finde ich immer wieder, dass ich auf sehr viele Sachen verzichten muss, weil in vielen Lebensmitteln Alkohol enthalten ist. Selbst so etwas banales wie Majonaise kommt anscheinend nicht ohne Alkohol aus. Zum Glück hat meine Freundin rausgefunden, dass sich ein Klecks alkoholfreier Frischkäse mit ein paar Löffeln Naturjoghurt - gut verrührt - auch zum Dippen eignet und auch lecker schmeckt ... Zurück zum eigentlichen Thema: Fakt ist, als trockener Alkoholiker muss man extrem aufpassen und immer genau die Listen mit den Inhaltsstoffen ansehen. Mir ist es schon passiert, dass mir gesagt wurde, dieses oder jenes sei alkoholfrei, in Wahrheit hat man den Alkohol dann schon beim Öffnen gerochen. Ich frage mich echt, ob wir trockenen Alkoholiker eine Minderheit sind. Zumindest habe ich so den Eindruck, weil die Bedürfnisse dieses Personenkreises hinsichtlich Ernährung ignoriert werden. Eigentlich sollte es sowieso nicht "normal" sein, dass in jeder x-beliebigen Speise Alkohol enthalten ist. Der Wunschtraum von uns trockenen Alkoholikern ist in der Hinsicht klar: Nämlich, dass uns Alternativen angeboten werden - alkoholfreie Produkte. Immerhin betrifft das ja nicht nur die Lebensmittel, sondern auch so Dinge wie Deodorants. Es wär ja wirklich gut, wenn man die Wahl hätte zwischen "mit Alkohol" und "ohne Alkohol". Diejenigen, die nichts (mehr) mit dem Alkohol zu tun haben wollen würden sich darüber sicher freuen.
ALKOHOLIKER UND DIE ENTWÖHNUNG
Leider gibt es immer wieder Fälle, bei denen Alkoholiker eine Chance bekommen und diese dann nicht wirklich nutzen ... Zum Leidwesen anderer Menschen... Es gibt Alkoholiker, die eine Entwöhnung in Anspruch nehmen und dann trotzdem weiter saufen. Sowas macht mich fuchsteufelswild! Klar ist das eine Kostenfrage, es ist ein Verlust für die Kostenträger ... Und die müssen diesen Verlust dann wieder einsparen. Da gibt es trockene Ex-Alkoholiker, die bräuchten bessere Tabletten, oder mehr Betreuung, oder zwischendurch einen Aufenthalt in einer Entwöhnungs-Anstalt zum Stabilisieren, und bei solchen Menschen wird dann wieder gespart. Die werden als Versuchskaninchen für neue, billigere Tabletten benutzt, die bekommen nicht die Betreuung, die sie brauchen und auch nicht einen Stabiilisierungs-Aufenthalt. Und dann wundern sich die Gesundheits-Wichtigtuer wieder darüber, dass es soviele Rückfälle gibt. Die Lösung wäre ganz einfach: Wenn jemand bereits eine Entwöhnung hatte und die Chance nicht genutzt hat, dann sollte er maximal eine zweite Chance bekommen, aber keinesfalls eine dritte oder gar mehr. Denn dann bleibt mehr Geld übrig, für die, die es wirklich brauchen.
KONTROLLIERTES TRINKEN
Einige trockene Alkoholiker denken, man könnte kontrolliert trinken. Wer bei einer der vielen Besprechungen während der Entwöhung aufgepasst hat, der weiss, dass das nicht funktionieren kann. Anhand folgender Grafik kann man ersehen, dass das einfach nicht gut gehen kann...

1. Der trockene Alkoholiker versucht kontrolliert zu trinken und reaktiviert dabei das Suchtgedächtnis.
2. Dadurch begibt sich der trockene Alkoholiker in die Rolle des Süchtigen.
3. Im Endeffekt ist das Suchtgedächtnis wieder betriebsbereit und der einst trockene Alkoholiker trinkt, als ob er nie eine Entwöhnung gemacht hätte.
Wenn sogar Doktoren diese "Möglichkeit" vorschlagen, da braucht man sich dann nicht mehr über die hohe Rückfalls-Quote wundern. Stichwort wundern: Mich wunderts, dass Alkohol so unverzichtbar erscheint, dass mancher Mensch seine in der Entwöhnung erzielten Erfolge dafür riskiert oder gar gänzlich dafür opfert.
"Man wird schneller abhängig, als man denkt."
WIE ENTSTEHT EIGENTLICH EINE SUCHT?
Jeder Mensch hat Bedürfnisse, wenn eines nicht erfüllt ist, kann der Mensch kaum mehr an etwas anderes denken (das ist dann eine Krise). Also im Vordergrund steht dann die Bedürfnisbefriedigung, und wenn sich Alkohol in der Vergangenheit als gute Strategie erwiesen hat, dann wird sie weiter verwendet. Das Problem ist, dass es sich nicht um wahre Bedürfnisbefriedigung handelt, sondern um einen Irrweg, eine Spiegelung der Wünsche, wie ein Labyrinth. Man hat also ein Bedürfnis und befindet sich in einer Krise, weil man es nicht befriedigen kann, dann probiert man eine Strategie aus - in diesem Fall Alkohol - wenn sie funktioniert (oder man es glaubt), dann verwendet man diese Strategie immer wieder. Bloss, dass man immer mehr vom Suchtmittel braucht, um sich gut zu fühlen. Und so entsteht eine Abhängigkeit, die nur schwer wieder losgelassen werden kann, weil sie sich im Denken, in Verhaltensmustern manifestiert. Um abstinent zu werden muss man zuerst eine Entgiftung machen (körperlicher Entzug), und danach eine Entwöhnung (seelischer Entzug mit Auflösung der gewohnten Denkweisen und Verhaltensmuster, deaktivieren des Suchtgedächtnisses).
"Man kann es schaffen, man muss nur wollen."
ABSTINENT WERDEN
Viele Menschen waren jahrelang Alkoholiker und dennoch haben sie es geschafft. Natürlich ist es ein harter Weg, aber man kann es schaffen. Und wenn ich allen einen Tipp geben darf: Fang gar nicht erst an zu trinken. Denn im Suff zerbrechen Freundschaften und Beziehungen wie hauchdünnes Glas.
DIE ZEIT NACH DER ENTWÖHNUNG
Viele denken ja, dass nach der Entwöhnung alles Schlimme vorbei ist. Leider nein. Ex-Alkoholiker, die sich erfolgreich vom Alkohol losgelöst haben bereuen noch jahrelang hinterher, dass sie jemals angefangen haben zu trinken. Viele haben ja während ihrer Zeit als aktive Alkoholiker Schulden gemacht ... manche von denen sind jetzt schon jahrelang trocken, und trotzdem holt sie die Vergangenheit immer wieder ein, denn plötzlich steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür und treibt Schulden ein. Abgesehen davon ist es für diese Menschen fast unmöglich an ein angemeldetes Handy zu kommen. Weil wenn man mal wo Schulden gemacht hat, dann wird das meistens beim Kredit-Schutz-Verband gespeichert. Beitreiber von Handynetzen und dgl. wollen sich natürlich rückversichern, bevor sie einem Vertrag zustimmen, also fragen sie beim KSV nach, ob für die Person schon Daten gespeichert sind. Wenn dem so ist, dann kann man in den meisten Fällen mit einer Ablehnung rechnen. Und wenn solche Menschen eine Wohnung suchen, dann werden sie immer gelöchert, müssen alle möglichen Dokumente vorlegen und man macht es ihnen generell nicht leicht. Oft heisst es dann "Sie könnten ja wieder anfangen zu trinken". Ich finde, das ist eine lahme Ausrede für eine Ablehnung ... insbesondere, wenn die Person schon jahrelang trocken ist und auch Papiere mit dabei hat, die dies bestätigen. Sicher fragen sich bei solchen Sachen einige, ob es nicht besser gewesen wäre, einfach weiter zu trinken ... meine Antwort: Sicherlich nicht, denn es lohnt sich trotzdem abstinent zu sein! Abgesehen davon kann man nicht ändern, was in der Vergangenheit geschehen ist, eben dass man zu trinken angefangen hat, man muss einfach das Beste daraus machen ... und das Beste ist, dass man unbeirrt den Weg der Abstinenz weiter geht ...
KEINE VERÄNDERUNG IN SICHT
Viele mögen meinen, man müsste mehr Aufklärungskampagnen starten - das ist eine Ausflucht und obendrein noch Geldverschwendung! Abgesehen davon sind die meisten Aufklärungs-Kampagnen ohnehin wirkungslos. Die Warnhinweise auf den Zigaretten-Packungen wurden und werden ignoriert und verspottet. Sie sind ja auch lächerlich. Nachdem dieser Versuch schon einmal fehlgeschlagen ist, hat es wohl kaum einen Sinn sowas auch bei den Alkflaschen auszuprobieren. Es wäre eben einfach hirnverbrannt ... Also von wegen Aufklärung - davon hat die Bevölkerung schon genug. Tja, Alkohol wird eben nicht als Droge hingestellt, sondern als Genussmittel. Und ich weiss ganz genau wieso niemand etwas dagegen unternimmt: Die meisten Menschen fühlen sich einfach nicht verantwortlich. Vielleicht gibt es Menschen, die so denken wie ich... Aber die meisten warten darauf, dass die Politiker tätig werden. So nach dem Motto "Für solche Sachen haben wir sie ja ins Amt gewählt". Doch unsere "Volksvertreter" streben in der Hinsicht nicht nach einer Veränderung. Warum? Weil die Politiker selbst viel zu oft Alkohol konsumieren. So eine Gesetzesänderung wie "Alkoholkonsum & -handel wird gleichgesetzt mit Drogenkonsum & -handel" wird es also nie geben. Mag sein, dass einige diesen Gedanken radikal finden und mich verteufeln, aber man darf ja wohl noch träumen ...
Anmerkungen:
Wenn ich über Alkoholiker schreibe, dann meine ich nicht die Sorte, die einmal in den Sumpf der Abhängigkeit geraten ist und es wieder heraus geschafft hat. Sondern dann meine ich jene, die sich bewusst für den Alkohol entschieden haben und die teilweise schon mehrere Entwöhnungen hinter sich haben.
Ich habe im Text auf den Vergleich Säufer vs. Raucher hingewiesen. Das aus gutem Grund: Ich als bekennender Raucher habe es definitv satt, behandelt zu werden, als wäre ich ein Massenmörder. Wie gesagt, ich glaube es sind hauptsächlich Alkoholiker, die mit dem Finger auf die Raucher zeigen, um von ihrer eigenen Unzulänglichkeit abzulenken. Und offensichtlich glauben unsere Politiker nichts Besseres zu tun zu haben, als auf den Rauchern rumzuhacken. Wenn sie nur annähernd checken würden, was die Bürger wollen, hätten sie viel zu tun, und keine Zeit, um auf irgendwen rumzuhacken. Aber das ist nun mal leider nicht der Fall ...