Nachdenken über Alkohol

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Ich bin ... geschockt

Es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen, was in der Nacht von vorgestern auf gestern in der Sozial-WG, in der ich wohne passiert ist.

Eigentlich nahm als alles seinen Anfang, als ich vor einiger Zeit entdeckte, dass ein bestimmter WG-Kollege heimlich säuft (und nicht gerade wenig). Ich hab die zuständigen Personen informiert, doch dieser Kollege ist der Liebling seines Betreuers. Die ganze Sache wurde nicht ernstgenommen "Das ist unmöglich, der ist arm und so brav, der tut das nicht.".

Es geht auch gar nicht um mich in der Sache, ich meine, es stört mich schon, aber das ist nicht der Grund, weswegen ich das alles hier schreibe.

Der eigentliche Grund ist, dass dieser eine Kollege im totalen Suff - wie gesagt in der Nacht von vorgestern auf gestern - über eine Frau herfiel, die einen Stock oberhalb wohnte. Er hat versucht, sie zu vergewaltigen. Und nicht nur das, er hat ihr auch mit einem Messer einen gefährlichen Schnitt am Hals verpasst. Die arme Frau liegt auf der Intensivstation und der versoffene Abschaum ist verhaftet worden. Ungeklärt (!!!) ist noch, ob die ganze Sache für den jeweiligen Betreuer Konsequenzen haben wird.

ros012

An meine WG-Kollegin
Diese Blume ist für dich.
Ich wünsche dir gute Besserung und ich hoffe, dass du dich von dem Schock so gut wie möglich erholst. Ich kann mir gut vorstellen, dass dich dieses Erlebnis seelisch sehr strapazieren wird, deshalb drücke ich dir die Daumen, dass du die Kraft hast, das zu überstehen.
Ganz liebe Grüße - dein WG-Kollege alias Blue777

Hm ... tja, da sieht man mal wieder, was Alkohol aus den Menschen macht ... Monstren!
Und solche Monster gehören weggesperrt, ausserdem sollte man ihnen die Familienjuwelen wegoperieren, damit sie niemandem mehr diese Qualen antun können.
Ausserdem würde ich - wenn ich der Leiter dieses Sauladens wäre - den Betreuer sofort feuern.

Dienstag, 11. September 2007

Wohnung für einen Säufer

Ein Bekannter von mir, den ich mal in einer WG aushalten musste, hat vor kurzem eine Wohnung bekommen. Er bekommt sogar die Kaution und alle Möbel finanziert. Bei der Wohnung handelt es sich um eine Wohnung eines Sozial-Projekts, allerdings kann dieser ehemalige WG-Kollege die Wohnung nach einem halben Jahr übernehmen ...

Es gibt etwas, was mich daran stört: Der Typ ist ein aktiver Alkoholiker.
Ich bin schon so lange trocken und trotzdem hab ich von seiten dieses Sozial-Projekts eine Ablehnung bekommen. Und wie könnte es auch anders sein - mit der geschmacklosen Ausrede "Sie könnten ja wieder anfangen zu trinken.". Ich kann diesen Satz echt nicht mehr hören!

Mittwoch, 29. August 2007

Siedlung für Ex-Alkoholiker

Ich habe gehört, dass es in Deutschland ganze Wohn-Siedlungen für trockene Alkoholiker gibt. Weiss da jemand etwas Genaueres drüber?

Wenn ich mich nicht irre - wenn doch bitte korrigieren - dann gibt es sowas in Österreich noch nicht. Also für den Fall gäbs hier wirklich nen Nachholbedarf.
Denn schliesslich habe ich schon von vielen Leuten bestätigt bekommen, dass Österreich in anderen Ländern für die vielen Alkoholiker und deren schlechtes Benehmen bekannt ist.

Umzug einer Entzugsanstalt

Die Entzugsanstalt in der ich meine Alkohol-Abstinenz begonnen habe zieht um. Ich persönlich kann das nicht gut heissen, weil ...

> Der bisherige Standort war optimal.
Er war in Bezug auf die Busverbindungen ok, von meinem Zuhause aus keine kurze Strecke, aber auch nicht zu lange. Abgesehen davon war die Lage günstig für all die Abstinenz-Willigen, die aus ganz Oberösterreich kamen. Linz ist die Landeshauptstadt und Traun ist im Grunde nur einen Katzensprung davon entfernt. Also ein bisschen zentrel und doch auch ein bisschen abgelegen. Ich würde sagen, der Standort war optimal für die Entzugsanstalt.

> Die Kostenübernahme ist nicht geklärt.
Weder die Umzugs-Kosten der Entzugsanstalt im Ganzen, noch die Anreise-Kosten für die Abstinenz-Willigen, von denen die meisten dann einen weiteren Weg auf sich nehmen müssen.

> Der neue Standort ist nicht gut.
Für mich persönlich bedeutet das, dass mir die Möglichkeit genommen wird, bei Problemen spontan meine behandelnde Ärztin zu besuchen. Gottseidank gibt es in Linz auch Krankenhäuser, die mir helfen können, wenn ich schwere Entzugserscheinungen habe. Abgesehen davon: zu weit von zuhause weg zu müssen ist sicher kein gutes Argument, um jemanden zu einer Entwöhnung zu bewegen.

> Der wahrscheinliche Käufer der Anlange ist Betreiber eines Puffs bzw. will dort ein Puff aufmachen.
Ich verkneife mir an dieser Stelle jeglichen Kommentar und betone stattdessen nochmal, dass ich den ganzen Umzug nicht für gut befinde.

Ich bin trotz meiner Abneigung gegen diesen Umzug gespannt, wie sich alles entwickeln wird ...
Den Ärzten, Krankenschwestern etc. dieser Entzugsanstalt und allen trockenen Alkoholikern, denen auch diese Spontan-Besuch-Möglichkeit genommen wird wünsche ich von Herzen alles Gute.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Geldverschwendung

Da jammert die Krankenkasse immer, dass sie zu wenig Geld haben. Und denn erzählt mir mein Bekannter, dass sie ihm eine Entwöhnung bezahlt haben, obwohl er erst vor kurzem zu rund 50.000 € gekommen ist.

Da zweifle ich dann schon stark daran, ob die Verantwortlichen in der Krankenkasse überhaupt noch klaren Verstandes sind ...

Dienstag, 26. Juni 2007

Alkohol in Lebensmitteln

Ich habe vorhin beim Aufsatz über Alkohol den Absatz "Alkohol in Lebensmitteln" dazu geschrieben.

Samstag, 19. Mai 2007

Dummheit der Krankenkasse

Heute hab ich einen ehemaligen WG-Kollegen getroffen. So ganz nebenbei hat er damit geprahlt, dass er die Krankenkasse und die Leitung seiner WG linkt.

Die Verantwortlichen seiner WG haben von ihm verlangt eine Entwöhnung zu machen, worauf er bei der Krankenkasse angefragt hat, ob er eine Entwöhnung bezahlt bekommt.

Die Frechheit ist, dass mir dieser Kerl ganz süffisant unter die Nase gerieben hat, dass er nach der Entwöhnung sowieso wieder weiter säuft. Weil die von der WG interessieren sich nicht weiter für die Sache, ihre einzige Bedingung, damit er weiter in der WG wohnen kann ist die Entwöhnung. Keiner hat ihm vorgeschrieben, dass er die Therapie erfolgreich abschliessen muss, weder die WG noch die Krankenkasse.

Sowas macht mich fuchsteufelswild, weil wenn dann einer zur Krankenkasse kommt, der wirklich aufhören möchte zu trinken, dann kanns ihm passieren, dass die Krankenkasse die Entwöhnung nicht bezahlt. Die müssen schliesslich das einsparen, was ihnen solche Ar***l*cher wie mein WG-Kollege kosten.

Genau sowas meinte ich, als ich im Aufsatz über Alkohol den Absatz "Alkoholiker und die Entwöhnung" geschrieben habe ... *argh*

Donnerstag, 17. Mai 2007

Mein Alkohol-Gedicht

Ich hab jahrelang Alkohol getrunken,
bin im Sumpf der Sucht versunken.
Durch die Therapie bin ich raus gekommen,
hab den Gipfel der Abstinenz erklommen.
Seither bin ich trocken wie ein Kaktus
und jetzt ist auch mit dem Gedicht Schluss.

Donnerstag, 26. April 2007

Alkohol

Von der Gesellschaft toleriert und doch eine Droge

Mich wundert es wirklich nicht, dass Alkohol so ein Problem darstellt. Denn ob man es wahr haben will oder nicht: Alkohol ist und bleibt eine Droge! Die Droge Alkohol wird zwar gerne als Genussmittel bezeichnet und wird in der Gesellschaft toleriert, trotzdem kann man nicht abstreiten, dass dieses "Genussmittel" jede Menge Schäden anrichtet ...

ALKOHOL IM VERKEHR
Das "Genussmittel" ist hier sehr oft Ursache eines Unfalles, bei dem nicht nur Schuldige sterben. Genau das ist eine der Frechheiten. Wie kann man es nur verantworten, dass man total betrunken ins Auto steigt? Und manche Leute sind dann teilweise so besoffen, dass sie gar nicht mehr gehen, geschweige denn aufrecht stehen können.

ALKOHOL IN DER SCHWANGERSCHAFT
Kinder mit schwersten Entzugserscheinungen kommen zur Welt, teilweise sterben sie noch an ihrem ersten Tag, und weshalb? Weil die Mutter während der Schwangerschaft immer wieder ein Rendezvous mit einer Alkflasche hatte. Hat jemand schon mal von so einem Fall in punkto Rauchen gehört? Ich, jedenfalls nicht (ich lasse mich gerne eines besseren belehren). Und dann wagen es die Alkoholiker noch mit den Fingern auf die Raucher zu zeigen ... Naja, über irgendwen müssen sich die Alkofixe ja aufregen, um von ihrer eigenen Unzulänglichkeit abzulenken.

ALKOHOL UND JUGENDLICHE
Gerade bei jungen Leuten ist es besonders arg, bei denen ist ja Alkohol total "in", im speziellen diese Alkopops, die von ihrem Alkoholgehalt her immer wieder weit unterschätzt werden, nur weil sie so süß schmecken. Ja, aber genau das ist doch die Masche der Konzerne, die diese Gesöffe herstellen!

KEIN VERSTÄNDNIS
Ich habe kein Verständnis für Alkoholtrinker, im speziellen für Alkolenker und ebenfalls kein Verständnis für die Konzerne, die Alkohol herstellen. In dem Zusammenhang möchte ich auch gleich sagen, dass ich diesen "BeerTender" für total bescheuert halte. Naja hauptsache, die Konzere haben Konten voller Geld, auch wenn sie damit eine Volkssucht fördern. Und auch wenn dadurch Menschen zu schaden kommen und das ohnehin brüchige Sozialsystem Unmengen an Ausgaben tätigen muss, um Süchtige wieder vom Alkohol zu entwöhnen. Null Verständnis hab ich auch für die Politiker, die die Macht hätten etwas zu ändern, aber es nicht tun. Ich habe einzig und allein Verständnis für Alkoholsüchtige, die eine Entwöhnung in Anspruch nehmen möchten und auch den nötigen Willen mitbringen.

ALKOHOLPREISE
Eine der Ursachen, warum Menschen zu Alkohol greifen, das sind sicher die Preise. In den meisten Wirtshäusern ist das Bier billiger als ein Coke. Zum Glück gibt es mittlerweilen immer mehr Gaststätten-Betreiber, die diese Preispolitik auf den Kopf stellen. Aber das genügt noch lange nicht, es müssen alle Wirte an einem Strang ziehen. Erst wenn die Alkoholpreise unverschämt teuer sind werden die Menschen überlegen, ob sie dafür ihr hart verdientes Geld ausgeben. Das gilt aber sicher nicht für jene, die schon tief in der Sucht drin stecken, von denen würden die meisten trotzdem Alkohol kaufen. Sie brauchen sie doch, ihre Droge. Eine Preiserhöhung wäre sowas wie ein Präventivschlag, man könnte den Griff zur Flasche eindämmen. Was ist denn so schwer dran, einfach die Preise für Alkohol zu erhöhen? Ich sehe da kein Hindernis. Natürlich hat das jeder Gaststätten-Betreiber für sein Wirtshaus selbst zu entscheiden, aber die Politiker könnten (oder sollten sogar) jene fördern, die es tun. Statt Alkohol kann man dann ja alkoholfreie Getränke zu günstigen Preisen ausschenken.

ALKOHOL IN LEBENSMITTELN
Ärgerlich finde ich immer wieder, dass ich auf sehr viele Sachen verzichten muss, weil in vielen Lebensmitteln Alkohol enthalten ist. Selbst so etwas banales wie Majonaise kommt anscheinend nicht ohne Alkohol aus. Zum Glück hat meine Freundin rausgefunden, dass sich ein Klecks alkoholfreier Frischkäse mit ein paar Löffeln Naturjoghurt - gut verrührt - auch zum Dippen eignet und auch lecker schmeckt ... Zurück zum eigentlichen Thema: Fakt ist, als trockener Alkoholiker muss man extrem aufpassen und immer genau die Listen mit den Inhaltsstoffen ansehen. Mir ist es schon passiert, dass mir gesagt wurde, dieses oder jenes sei alkoholfrei, in Wahrheit hat man den Alkohol dann schon beim Öffnen gerochen. Ich frage mich echt, ob wir trockenen Alkoholiker eine Minderheit sind. Zumindest habe ich so den Eindruck, weil die Bedürfnisse dieses Personenkreises hinsichtlich Ernährung ignoriert werden. Eigentlich sollte es sowieso nicht "normal" sein, dass in jeder x-beliebigen Speise Alkohol enthalten ist. Der Wunschtraum von uns trockenen Alkoholikern ist in der Hinsicht klar: Nämlich, dass uns Alternativen angeboten werden - alkoholfreie Produkte. Immerhin betrifft das ja nicht nur die Lebensmittel, sondern auch so Dinge wie Deodorants. Es wär ja wirklich gut, wenn man die Wahl hätte zwischen "mit Alkohol" und "ohne Alkohol". Diejenigen, die nichts (mehr) mit dem Alkohol zu tun haben wollen würden sich darüber sicher freuen.

ALKOHOLIKER UND DIE ENTWÖHNUNG
Leider gibt es immer wieder Fälle, bei denen Alkoholiker eine Chance bekommen und diese dann nicht wirklich nutzen ... Zum Leidwesen anderer Menschen... Es gibt Alkoholiker, die eine Entwöhnung in Anspruch nehmen und dann trotzdem weiter saufen. Sowas macht mich fuchsteufelswild! Klar ist das eine Kostenfrage, es ist ein Verlust für die Kostenträger ... Und die müssen diesen Verlust dann wieder einsparen. Da gibt es trockene Ex-Alkoholiker, die bräuchten bessere Tabletten, oder mehr Betreuung, oder zwischendurch einen Aufenthalt in einer Entwöhnungs-Anstalt zum Stabilisieren, und bei solchen Menschen wird dann wieder gespart. Die werden als Versuchskaninchen für neue, billigere Tabletten benutzt, die bekommen nicht die Betreuung, die sie brauchen und auch nicht einen Stabiilisierungs-Aufenthalt. Und dann wundern sich die Gesundheits-Wichtigtuer wieder darüber, dass es soviele Rückfälle gibt. Die Lösung wäre ganz einfach: Wenn jemand bereits eine Entwöhnung hatte und die Chance nicht genutzt hat, dann sollte er maximal eine zweite Chance bekommen, aber keinesfalls eine dritte oder gar mehr. Denn dann bleibt mehr Geld übrig, für die, die es wirklich brauchen.

KONTROLLIERTES TRINKEN
Einige trockene Alkoholiker denken, man könnte kontrolliert trinken. Wer bei einer der vielen Besprechungen während der Entwöhung aufgepasst hat, der weiss, dass das nicht funktionieren kann. Anhand folgender Grafik kann man ersehen, dass das einfach nicht gut gehen kann...
Folgen vom Versuch kontrolliert zu trinken
1. Der trockene Alkoholiker versucht kontrolliert zu trinken und reaktiviert dabei das Suchtgedächtnis.
2. Dadurch begibt sich der trockene Alkoholiker in die Rolle des Süchtigen.
3. Im Endeffekt ist das Suchtgedächtnis wieder betriebsbereit und der einst trockene Alkoholiker trinkt, als ob er nie eine Entwöhnung gemacht hätte.
Wenn sogar Doktoren diese "Möglichkeit" vorschlagen, da braucht man sich dann nicht mehr über die hohe Rückfalls-Quote wundern. Stichwort wundern: Mich wunderts, dass Alkohol so unverzichtbar erscheint, dass mancher Mensch seine in der Entwöhnung erzielten Erfolge dafür riskiert oder gar gänzlich dafür opfert.

"Man wird schneller abhängig, als man denkt."

WIE ENTSTEHT EIGENTLICH EINE SUCHT?
Jeder Mensch hat Bedürfnisse, wenn eines nicht erfüllt ist, kann der Mensch kaum mehr an etwas anderes denken (das ist dann eine Krise). Also im Vordergrund steht dann die Bedürfnisbefriedigung, und wenn sich Alkohol in der Vergangenheit als gute Strategie erwiesen hat, dann wird sie weiter verwendet. Das Problem ist, dass es sich nicht um wahre Bedürfnisbefriedigung handelt, sondern um einen Irrweg, eine Spiegelung der Wünsche, wie ein Labyrinth. Man hat also ein Bedürfnis und befindet sich in einer Krise, weil man es nicht befriedigen kann, dann probiert man eine Strategie aus - in diesem Fall Alkohol - wenn sie funktioniert (oder man es glaubt), dann verwendet man diese Strategie immer wieder. Bloss, dass man immer mehr vom Suchtmittel braucht, um sich gut zu fühlen. Und so entsteht eine Abhängigkeit, die nur schwer wieder losgelassen werden kann, weil sie sich im Denken, in Verhaltensmustern manifestiert. Um abstinent zu werden muss man zuerst eine Entgiftung machen (körperlicher Entzug), und danach eine Entwöhnung (seelischer Entzug mit Auflösung der gewohnten Denkweisen und Verhaltensmuster, deaktivieren des Suchtgedächtnisses).

"Man kann es schaffen, man muss nur wollen."

ABSTINENT WERDEN
Viele Menschen waren jahrelang Alkoholiker und dennoch haben sie es geschafft. Natürlich ist es ein harter Weg, aber man kann es schaffen. Und wenn ich allen einen Tipp geben darf: Fang gar nicht erst an zu trinken. Denn im Suff zerbrechen Freundschaften und Beziehungen wie hauchdünnes Glas.

DIE ZEIT NACH DER ENTWÖHNUNG
Viele denken ja, dass nach der Entwöhnung alles Schlimme vorbei ist. Leider nein. Ex-Alkoholiker, die sich erfolgreich vom Alkohol losgelöst haben bereuen noch jahrelang hinterher, dass sie jemals angefangen haben zu trinken. Viele haben ja während ihrer Zeit als aktive Alkoholiker Schulden gemacht ... manche von denen sind jetzt schon jahrelang trocken, und trotzdem holt sie die Vergangenheit immer wieder ein, denn plötzlich steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür und treibt Schulden ein. Abgesehen davon ist es für diese Menschen fast unmöglich an ein angemeldetes Handy zu kommen. Weil wenn man mal wo Schulden gemacht hat, dann wird das meistens beim Kredit-Schutz-Verband gespeichert. Beitreiber von Handynetzen und dgl. wollen sich natürlich rückversichern, bevor sie einem Vertrag zustimmen, also fragen sie beim KSV nach, ob für die Person schon Daten gespeichert sind. Wenn dem so ist, dann kann man in den meisten Fällen mit einer Ablehnung rechnen. Und wenn solche Menschen eine Wohnung suchen, dann werden sie immer gelöchert, müssen alle möglichen Dokumente vorlegen und man macht es ihnen generell nicht leicht. Oft heisst es dann "Sie könnten ja wieder anfangen zu trinken". Ich finde, das ist eine lahme Ausrede für eine Ablehnung ... insbesondere, wenn die Person schon jahrelang trocken ist und auch Papiere mit dabei hat, die dies bestätigen. Sicher fragen sich bei solchen Sachen einige, ob es nicht besser gewesen wäre, einfach weiter zu trinken ... meine Antwort: Sicherlich nicht, denn es lohnt sich trotzdem abstinent zu sein! Abgesehen davon kann man nicht ändern, was in der Vergangenheit geschehen ist, eben dass man zu trinken angefangen hat, man muss einfach das Beste daraus machen ... und das Beste ist, dass man unbeirrt den Weg der Abstinenz weiter geht ...

KEINE VERÄNDERUNG IN SICHT
Viele mögen meinen, man müsste mehr Aufklärungskampagnen starten - das ist eine Ausflucht und obendrein noch Geldverschwendung! Abgesehen davon sind die meisten Aufklärungs-Kampagnen ohnehin wirkungslos. Die Warnhinweise auf den Zigaretten-Packungen wurden und werden ignoriert und verspottet. Sie sind ja auch lächerlich. Nachdem dieser Versuch schon einmal fehlgeschlagen ist, hat es wohl kaum einen Sinn sowas auch bei den Alkflaschen auszuprobieren. Es wäre eben einfach hirnverbrannt ... Also von wegen Aufklärung - davon hat die Bevölkerung schon genug. Tja, Alkohol wird eben nicht als Droge hingestellt, sondern als Genussmittel. Und ich weiss ganz genau wieso niemand etwas dagegen unternimmt: Die meisten Menschen fühlen sich einfach nicht verantwortlich. Vielleicht gibt es Menschen, die so denken wie ich... Aber die meisten warten darauf, dass die Politiker tätig werden. So nach dem Motto "Für solche Sachen haben wir sie ja ins Amt gewählt". Doch unsere "Volksvertreter" streben in der Hinsicht nicht nach einer Veränderung. Warum? Weil die Politiker selbst viel zu oft Alkohol konsumieren. So eine Gesetzesänderung wie "Alkoholkonsum & -handel wird gleichgesetzt mit Drogenkonsum & -handel" wird es also nie geben. Mag sein, dass einige diesen Gedanken radikal finden und mich verteufeln, aber man darf ja wohl noch träumen ...

Anmerkungen:

Wenn ich über Alkoholiker schreibe, dann meine ich nicht die Sorte, die einmal in den Sumpf der Abhängigkeit geraten ist und es wieder heraus geschafft hat. Sondern dann meine ich jene, die sich bewusst für den Alkohol entschieden haben und die teilweise schon mehrere Entwöhnungen hinter sich haben.

Ich habe im Text auf den Vergleich Säufer vs. Raucher hingewiesen. Das aus gutem Grund: Ich als bekennender Raucher habe es definitv satt, behandelt zu werden, als wäre ich ein Massenmörder. Wie gesagt, ich glaube es sind hauptsächlich Alkoholiker, die mit dem Finger auf die Raucher zeigen, um von ihrer eigenen Unzulänglichkeit abzulenken. Und offensichtlich glauben unsere Politiker nichts Besseres zu tun zu haben, als auf den Rauchern rumzuhacken. Wenn sie nur annähernd checken würden, was die Bürger wollen, hätten sie viel zu tun, und keine Zeit, um auf irgendwen rumzuhacken. Aber das ist nun mal leider nicht der Fall ...

Nie mehr Alkohol. Nur mehr Freiheit.

Aus dem Leben eines Ex-Alkoholikers

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