Leben als Ex-Alkoholiker

Mittwoch, 12. März 2008

Wohnungssuche = Achterbahnfahrt

Ja, es gibt Neuigkeiten.
Die eine Wohnungsgenossenschaft hat nun endlich soviel Güte besessen und mir die Wahrheit gesagt, warum das - trotz vieler Versprechen - mit der eigenen Wohnung für mich bei denen bisher nie geklappt hat (ihr wisst ja, es kam mir immer jemand zuvor - zumindest laut den Aussagen des für die Wohnungsvergabe zuständigen Herren).

Der eigentliche Grund für die "Verzögerungen" ist - wie ich jetzt weiss - dass die Verantwortlichen dieser Wohnungsgenossenschaft eigentlich gar keine Lust haben, einem trockenen Alkoholiker eine Wohnung zu geben.

Ich lass sowas natürlich nicht auf mir sitzen und hab mir deshalb einen Termin beim Wohnbau-Landesrat organisiert. Dort werde ich vorsprechen, also eine mündliche Beschwerde abgeben bzgl. der Diskriminierung von trockenen Alkoholikern hinsichtlich einer eigenen Wohnung.

Ich bin gespannt, wie der Termin laufen wird ... und ich werde euch am Laufenden halten ...
Liebe Grüße - Blue777

Sonntag, 10. Februar 2008

WG & Co - Stichwort Nerven

Wie mittlerweilen sicher alle wissen, bin ich innerhalb der WG in ein anderes Zimmer übersiedelt.

Jedenfalls hab ich schon geahnt, dass der Neuzugang in der WG (die Person, die in mein altes Zimmer ziehen sollte) ... ähm gelinde ausgedrückt ein Nervtöter ist.

Und ich hatte Recht:
Wiedermal ein besserungs-unwilliger Suchthaufen, der mächtig Radau veranstaltet *gähn* *seufz*

Kurz erklärt: Ich hab nichts gegen Menschen, die süchtig sind - war ich ja auch selbst, bevor ich die Entwöhnung gemacht hab - mich nervts, wenn Leute süchtig sind, es toll finden, nichts daran ändern wollen und anderen mit ihrem Verhalten und ihrem Lärm auf die Nerven gehen.

Diesbezüglich funktioniert die Sache mit der Abschottung leider nicht, der Lärm ist "dicker" als die Mauern.

ABER: Ich kann auf eine andere Art und Weise "die Schotten dicht machen" ...

Wenn ich nämlich die Hausanlage ausstecke, hör ich es nicht Klingeln. Und wenn ich dann noch die Tür zum Schlafraum zumache und mich in eben diesem Raum zurück ziehe, hör ich es nichtmal klopfen.

Also kann mich niemand so direkt annerven, wenn gerade mein "Nerven-Kostüm in der Reinigung ist".

Ähm, jedenfalls haben die Bewohner unserer WG (wir sollten uns "Wir nerven uns gegenseitig"-WG taufen) eine Unterschriftensammlung angezettelt, um oben erwähnten Nervtöter ehebaligst beim Türl raus zu bugsieren.

Es grüßt ein erstaunlicherweise momentan nicht genervter Blue777, bei dessen Nerven die Freude über Hamster & Zimmer wie eine Schutzhülle wirkt, der sich gerade amüsiert über seinen unterschwelligen Humor, den er in dem Beitrag eingebaut hat, weil er noch nicht so recht weiss, wie er über die Sache denken soll ...

PS: Aus dem Nervgreif ... äh Stehgreif:
A Ausred und a Nudlbred hod jede Hausfrau
A taubes Ohr und viel Humor hat der Blue777

Es hat vier Pfoten ...

und läuft gern in einem Rad ... Ratet mal ...

Ach nee, ich bin ne Plaudertasche, ich muss das jetzt rausposaunen (immerhin wärs beinah untergangen im Trubel der sich überschlagenden Ereignisse).

Ich habe einen Hamster!

hamst001

Der letzte Stand der Dinge war ja die Ablehnung der Genehmigung. Diese Frechheit hab ich mir nicht gefallen lassen, darum hab ich alle Hebel in Bewegung setzt, sozusagen Himmel & Hölle in Bewegung gesetzt und ... siehe da ... ich darf jetzt doch einen Hamster halten ... na geht doch!

Ein süßer kleiner Teddyhamster, lieb und frech zugleich ...

hamster-04

*keine Worte findet für die Freude*

Sonntag, 3. Februar 2008

Status bzgl. Wohnsituation

Alter Stand:
Frust und Enttäuschung, weil mir die versprochene und von Herzen ersehnte Wohnung vor der Nase weggeschnappt wurde

Neuer Stand:
Schlechte & sehr gute Nachrichten

Die schlechte Nachricht ist, dass sich das mit der eigenen Wohnung (von wegen "raus aus der Sozial-WG") um Jahre nach hinten verschoben hat.

trop006

Die sehr gute Nachricht ist, dass ich innerhalb der WG ein anderes Zimmer bezogen hab. Ich bin noch nicht fertig mit einräumen, weil das erst vor ein paar Tagen von statten ging, aber ich denke, es wird um einiges besser, als in meinem alten Zimmer.

Warum ich mir da so sicher bin?
Naja, das neue Zimmer hat einige Vorteile ...

Lage:
Das Zimmer ist weiter hinten, mehr abgeschottet von der WG (ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber ich denke, dass mir das auch ein Stück mehr Distanz bringt, Distanz zu den nervtötenden WG-Kollegen).

Lärm & Staub:
Das Fenster ist hofseitig, dh. kaum Lärm und Staub.
Im alten Zimmer war das Fenster straßenseitig ...
- der Lärm war nicht auszuhalten
- lüften konnte man deshalb nur, wenn man nicht fernsah oder mit niemandem redete
- der Staub verschlimmerte mein Asthma
- die Leuchtreklame der Firma gegenüber hinderte mich am Einschlafen

Aufteilung:
Der Schlafraum ist abgetrennt vom eigentlichen Wohnraum (Küche, Esstisch). Ich seh das als einen Vorteil bzgl. Privatspähre, aber da ist nochwas ...
Besucher dürfen im Wohnraum rauchen, nicht aber im Schlafraum
- das macht es leichter, weil ich meinen Gästen ja nur ungern das Rauchen verbiete
- der Schlafraum bekommt nichts von der schlechten Luft ab, das ist natürlich gut bzgl. Asthma

glash001

Generell bin ich von meiner neuen "Bude" begeistert.
Gut ok, es ist nicht das Ziel meiner Bemühungen, aber es ist eine große Verbesserung für mich und so gesehen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Ich werd diese Vorteile in vollen Zügen geniessen ...
Aber ich werd den Traum von einer eigenen Wohnung nicht aufgeben (das soll nicht heissen, dass ich mit der jetzigen Wohnsituation unzufrieden bin).

Es grüßt der Blue777 mit einem Leuchten in den Augen, das seine Freude ausdrückt ...

PS: ... aufatmen ...
PPS: ... home, sweet home ...
PPPS: das muss nichts heissen, kann aber was heissen ...
PPPPS: Ich finds toll, endlich mal was richtig positives berichten zu können ...

Freitag, 16. November 2007

Halb-Blogger

Hallo!
Ich bin vor kurzem gefragt worden, warum ich nicht bin, wie ein normaler Blogger. Also gemeint war, warum ich nicht regelmässig in anderen Blogs lese und kommentiere.

Bei mir siehts so aus, dass ich meistens offline bin. Und wenn ich online gehe, dann nur kurz, um einen Eintrag zu schreiben, oder um meine Emails abzurufen.

Ich will einfach nicht mehr Zeit mit dem Internet verbringen, weil ich Angst habe, dass es für mich zu einer Ersatzsucht werden könnte. Und die Gefahr ist nicht mal so gering, wie manche Menschen denken. Ich habe selbst schon bei anderen Dingen erfahren müssen, wie schnell das gehen kann.

Jedenfalls bin und bleibe ich quasi ein Halb-Blogger.

blum001

Ich bitte um euer Verständnis und bedanke mich recht herzlich bei allen, die trotzdem immer wieder nette Kommentare in meinem Blog hinterlassen.
Liebe Grüße - Blue777

Donnerstag, 15. November 2007

Enttäuschung und Frust

Hallo mal wieder!
Leider hab ich heute nichts Erfreuliches zu berichten.
Wahrscheinlich hätt ich dem Beitrag eher den Titel "Österreicher vs. Ausländer" geben sollen, weil darum geht es nämlich.

Ihr wisst ja noch, dass ich mit 90%iger Sicherheit im Juni 2008 eine Erdgeschoss-Wohnung bekommen sollte. Tja die 90% beinhalten anscheinend eine "Ausschluss-Klausel". So nach dem Motto "Wenn ein Türke daher kommt, dann gelten diese 90% nicht mehr".

Ja, ein Türke bekommt die Wohnung, auf die ich mich so gefreut habe. Soweit ich weiss hat er keine Gehbehinderung und wäre daher gar nicht auf eine Erdgeschoss-Wohnung angewiesen, ich hingegen schon.

Es ist einfach enttäuschend und frustrierend. In Österreich siehts anscheinend so aus: Bist ein Ausländer, wird dir in den Arsch gekrochen, bist ein Österreicher, wirst du behandelt wie der letzte Arsch, den man einfach ignoriert.

Und das hat auch gar nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. In meiner ehrenamtlichen Arbeit muss ich auch mit Ausländern auskommen. Um das zu schaffen, hab ich mir angewöhnt vorurteilsfrei auf ausländische Kollegen zuzugehen. Ich bin dann von Haus aus dem Ausländer gegenüber positiv und optimistisch eingestellt, so lange, bis er mir zeigt, dass er meine Offenheit nicht verdient hat. Mit dieser "Umgangs-Art" habe ich gute Erfahrungen sammeln können. Ein ausländischer Kollege ist nämlich zu einem mir sehr vertrauten und geschätzten Freund geworden. Und er ist nicht der einzige Ausländer, der zu meinem Freundeskreis zählt.

Also ich hab den Anruf von dem Genossenschafts-Typen heute früh bekommen. Und ich war dann stinksauer. Nein, ehrlich gesagt war ich am Verzweifeln. Ich weiss nicht, ob es vielleicht auch mit meiner Alkoholiker-Vergangenheit zu tun hat, aber ich glaube es nicht, weil mir der Typ bisher den Eindruck vermittelt hat, dass ihn das nicht stört.

Jedenfalls - so wie es aussieht - muss ich einfach auf die nächste freie Wohnung warten. Dabei will ich so schnell wie möglich aus dieser Sozial-WG raus. Hm, ich hoffe wirklich, dass das nichts mit meiner Alkoholiker-Vergangenheit zu tun hat, weil sonst wären die Chancen bei dieser Genossenschaft eine Wohnung zu bekommen gleich Null. Bei den anderen Genossenschaften ist das ohnehin schon so.

Ist es wirklich so schwer einem Ex-Alkoholiker, der sein Leben wieder in den Griff kriegen will ein bisschen entgegen zu kommen und ihn zu unterstützen? Wieso bekommen aktive Alkoholiker immer wieder Wohnungen, während man uns Trockene hinhält? Und ich kenne einige Säufer, die eine Wohnung bekommen haben, obwohl sich sich dumm und dämlich saufen. Scheint als wäre man in Bezug auf die Wohnungs-Suche als Alkoholiker besser dran.

Naja diesen Gedanken vergess ich schnell wieder, sonst müsste ich die Sinnhaftigkeit meiner Entwöhnung anzweifeln. Und das will ich nicht, weil sie ja mein Leben zu weiten Teilen verbessert hat. Die Entwöhnung ist also eigentlich was Gutes, nur die Welt tickt anscheinend irgendwie verkehrt.

Liebe Grüße sendet der gefrustete Blue777

PS: Ich wünsch allen anderen Ex-Alkoholikern auf dieser Welt, dass es euch besser ergeht ...

PPS - Nachtrag: Die zweite freie Wohnung hat mir ein Kroate vor der Nase weggeschnappt. Jetzt verkneife ich mir besser jeglichen Kommentar, sonst wirds ernsthaft unfreundlich ...

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Gute Aussichten

Ja, wirklich gute Aussichten, denn zu 90% bekomme ich im Juni 2008 eine Wohnung. Momentan wird da noch gebaut, aber der Sachbearbeiter der Genossenschaft (die die Wohnung vermietet) hat mir ein sehr gutes Gefühl gegeben. Die Wohnung ist im Erdgeschoss und sie hat 55m2 Nutzfläche, Bad und Küche werden bei meinem Einzug schon vorhanden sein.

Ich bin richtig froh, dass ich nach der Sache mit dem Internet wieder soviel Glück habe, dass jemand einem Ex-Alkoholiker wie mir eine Chance gibt. Weil alle anderen Genossenschaften haben meine Ansuchen immer mit der faulen Ausrede "Sie könnten ja wieder anfangen zu trinken" abgelehnt.

Ich hoffe, dass ich die Wohnung wirklich bekomme, mit dem vegetieren in Sozialeinrichtungen wäre dann Schluss. Keine Betrunkenen mehr, mit denen ich zusammen leben müsste, keine Betreuer mehr, die sich eine Ungerechtigkeit nach der anderen einfallen lassen.

herz7

Also die Sache mit der Wohnung wird für mich in wichtiger Schritt sein und ein Zeichen dafür, dass ich mehr und mehr ins normale Leben zurück finde. Ausserdem wäre es ein Befreiungs-Schlag. Ich bin total überdreht und freu mich riesig.

An euch Blog-Leser: Bitte Daumen drücken, dass das klappt.

Dienstag, 11. September 2007

Neues Leben

Ich habe gestern zwei alte Bekannte getroffen. Als ich sie das letzte Mal gesehen hab, waren sie total versoffen. Sie hatten familiäre Probleme und Stress in der Arbeit. Deshalb war ich auch total überrascht, als sie mir von ihrem neuen Leben erzählt haben ...

hund_katze

Sie haben den Alkohol-Entzug wie ich gut gemeistert. Ausserdem haben beide eine liebe Freundin und einen guten Job gefunden. Ich muss sagen, es ist einfach schön, sowas zu hören ...

Mittwoch, 29. August 2007

Haustiere

Wieder ein brilliantes Beispiel für die Diskriminierung trockener Alkoholiker und dafür, dass aktiven Alkoholikern anscheinend alles erlaubt wird.

Kurz vorab: Es geht um die Haltung eines Haustieres. Und ohne Genehmigung der für die WG zuständigen Personen darf man kein Haustier halten.

Mein WG-Kollege
Status: Aktiver Alkoholiker
Zukunft: Will nicht aufhören zu trinken
Genehmigung: erteilt
Begründung: Ein Alkoholiker braucht auch eine Therapie.
Meine Frage: Wie soll er im Suff für das Tier sorgen?

Ich, Blue777
Status: Trockener Alkoholiker
Zukunft: Will weiter trocken bleiben
Genehmigung: abgelehnt
Begründung: Die alte "könnte ja wieder anfangen zu trinken"-Ausrede
Meine Reaktion: blanke Unverständnis

Was soll das? Warum?
Tja, da sieht mans wieder mal. Das ist nicht nur das Gegenteil von Logik, das ist - wie gesagt - Diskriminierung!

Dabei hätte ich soo gern einen Hamster ...

hamster1

Danke fürs Ablehnen meines Herzenswunsches :-(

Samstag, 18. August 2007

Zeitknappheit

Manchmal müsste man schon fliegen können, um alles rechtzeitig zu erledigen.

drachen1

Das gilt nicht nur für die letzten Tage, sondern eigentlich für die letzten Wochen.

Ein kleiner Rückblick ...
> hatte vor einiger Zeit wieder mal heftigere Entzugserscheinungen
> hatte ein Gruppentreffen einigen Ex-Alkoholikern, die die Entwöhnung in der selben Anstalt und zur selben Zeit wie ich gemacht haben
> hab einer Bekannten geholfen, die momentan mit gesundheitlichen Problemen kämpft

Ich hoffe, dass die kommenden Wochen ein bisschen ruhiger werden, man bruacht ja auch mal Erholung ...

Nie mehr Alkohol. Nur mehr Freiheit.

Aus dem Leben eines Ex-Alkoholikers

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