die Widersprüchlichkeit der Welt ist ja auch oft der Grund, warum ein sensibler Mensch sich in den Alkohol flüchtet. Ich selsbt vermißte in schwierigen Zeiten auch jede Logik des Lebens. Doch man hat es mit Menschen zu tun und die Motive ihres Handeln liegen oft ihnen selbst im Dunkeln.
Manche sind vielleicht sogar ein Spiegel des Trinkers - sie blenden aus, was nicht in ihr Weltbild paßt. Im Zusammenhang mit deiner Wohnungsuche hast du ja geschrieben, das es Genossenschaften gibt, die einem trockenen Alkoholiker - warum muß man das überhaupt angeben? - keine Wohnung gibt.
Ich selbst steckte vor vielen Jahren auch in eine ähnlich beklemmende Situation und es schien, als hätte die ganze Welt sich gegen mich verschworen. Als Überlebenstrategie hatte ich eine Frage für mich dann parat "Wer weiß, warum oder wofür ich das alles aushalten muß. Das muß einen Grund haben" Unbewußt sah ich unsichtbare Kräfte im Spiel, die vonmir wissen wollten, ob ich meinen eingeschlagenen Weg tatsächlich gehen wollte und ich entschied mich für weitermachen und durchhalten. In der Zet reifte ich zu einen komplett anderen Menschen, der ohne Bitterkeit die schwierigen Lebensphasen ertrug ohne das Ziel aus den Auge zu verlieren. Und eines Tages öffneten sich alle Türen, die mich ins neu gestaltete Leben führten.
Sei hart und konsequent zu dir selber und sage dir, du hast dich all die Jahre des Trinkens in eine beklemmende Lage gebracht, die du mit Alkohol ausblenden wollten. Jetzt mußt du sie - ohne enttäuscht und ungeduldig zu werden - noch eine Weile bewußt und geduldig ertragen. Die Zeit der Buße ist noch nicht um.
Also in den Sinne halte die Ohren weiter steif und in den richtigen Wind :-)
Hallo LaWe!
Schön für dich, wenn du einen Weg gefunden hast, damit umzugehen. Aber ich bin ein Realist und mit Dingen wie versteckten Kräften kann ich nicht viel anfangen.
Die Angabe, ob man Ex-Alkoholiker ist, muss man nicht machen, aber bei mir war es so, dass sich einige Leute über mich das Maul zerrissen haben und so die Genossenschaften davon erfuhren. Ich habe später meine Strategie geändert und auf Ehrlichkeit gebaut. Mir wurde weiterhin keine Wohnung vermittelt, der einzige Unterschied war, dass Manche bei der Ehrlichkeits-Sache mir die Ablehnung in freundlicherem Ton beibrachten.
Das Leben ist nie logisch, jedes Leben wird einfach von zu vielen Menschen beeinflusst, um da wirklich das zu erkennen, was bestimmte Dinge ausmacht, müsste man die Gedanken der Menschen erkennen können und so erfahren "wie sie ticken".
Du glaubst doch nicht wirklich, dass sich das mit den Ungerechtigkeiten den Ex-Alkoholikern gegenüber jemals ändert, bloss weil ich dann angeblich genug Buße getan habe.
Ich bin jetzt fast 7 Jahre trocken und seither kämpfe ich mit diesen Problemen. Wenn es wirklich ums Buße tun ginge, dann finde ich, dass ich schon genug Buße getan habe. Mir reichts einfach!
Und ja, doch ich bin enttäuscht. Und ich verdräng das sicher nicht, nur weil ich mir einrede, dass ich noch Buße tun müsste. Ich bin so schon ziemlich fertig und wenn ich mir dann noch einrede, dass das eine Strafe sei und dass ich das verdient habe, dann kann man mein Selbstwertgefühl gleich den Gulli runter spülen. Wenn ich eins in den vielen Jahren gelernt habe, dann dass ich alles, was ich bedrückt rauslassen soll. Und das kann dir sicher jeder Therapeut bestätigen. Im Endeffekt sind verdrängte Sachen wie ein Boomerang. Du schaffst sie weg und sie kommen irgendwann mit vollen Karacho zu dir zurück. Ich denke, an dem Punkt wäre mein Leben als Trockener wirklich in Gefahr, das würde mich nämlich ganz schön aus der Bahn werfen.
Tut mir leid, wenn die Antwort auf deinen Kommi etwas krass geworden ist. Trotzdem danke für deinen Kommentar.
Liebe Grüße - Blue777
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Der dunkle (Hinter)Grund
die Widersprüchlichkeit der Welt ist ja auch oft der Grund, warum ein sensibler Mensch sich in den Alkohol flüchtet. Ich selsbt vermißte in schwierigen Zeiten auch jede Logik des Lebens. Doch man hat es mit Menschen zu tun und die Motive ihres Handeln liegen oft ihnen selbst im Dunkeln.
Manche sind vielleicht sogar ein Spiegel des Trinkers - sie blenden aus, was nicht in ihr Weltbild paßt. Im Zusammenhang mit deiner Wohnungsuche hast du ja geschrieben, das es Genossenschaften gibt, die einem trockenen Alkoholiker - warum muß man das überhaupt angeben? - keine Wohnung gibt.
Ich selbst steckte vor vielen Jahren auch in eine ähnlich beklemmende Situation und es schien, als hätte die ganze Welt sich gegen mich verschworen. Als Überlebenstrategie hatte ich eine Frage für mich dann parat "Wer weiß, warum oder wofür ich das alles aushalten muß. Das muß einen Grund haben" Unbewußt sah ich unsichtbare Kräfte im Spiel, die vonmir wissen wollten, ob ich meinen eingeschlagenen Weg tatsächlich gehen wollte und ich entschied mich für weitermachen und durchhalten. In der Zet reifte ich zu einen komplett anderen Menschen, der ohne Bitterkeit die schwierigen Lebensphasen ertrug ohne das Ziel aus den Auge zu verlieren. Und eines Tages öffneten sich alle Türen, die mich ins neu gestaltete Leben führten.
Sei hart und konsequent zu dir selber und sage dir, du hast dich all die Jahre des Trinkens in eine beklemmende Lage gebracht, die du mit Alkohol ausblenden wollten. Jetzt mußt du sie - ohne enttäuscht und ungeduldig zu werden - noch eine Weile bewußt und geduldig ertragen. Die Zeit der Buße ist noch nicht um.
Also in den Sinne halte die Ohren weiter steif und in den richtigen Wind :-)
Gruß LaWe
Ungerechtigkeiten
Hallo LaWe!
Schön für dich, wenn du einen Weg gefunden hast, damit umzugehen. Aber ich bin ein Realist und mit Dingen wie versteckten Kräften kann ich nicht viel anfangen.
Die Angabe, ob man Ex-Alkoholiker ist, muss man nicht machen, aber bei mir war es so, dass sich einige Leute über mich das Maul zerrissen haben und so die Genossenschaften davon erfuhren. Ich habe später meine Strategie geändert und auf Ehrlichkeit gebaut. Mir wurde weiterhin keine Wohnung vermittelt, der einzige Unterschied war, dass Manche bei der Ehrlichkeits-Sache mir die Ablehnung in freundlicherem Ton beibrachten.
Das Leben ist nie logisch, jedes Leben wird einfach von zu vielen Menschen beeinflusst, um da wirklich das zu erkennen, was bestimmte Dinge ausmacht, müsste man die Gedanken der Menschen erkennen können und so erfahren "wie sie ticken".
Du glaubst doch nicht wirklich, dass sich das mit den Ungerechtigkeiten den Ex-Alkoholikern gegenüber jemals ändert, bloss weil ich dann angeblich genug Buße getan habe.
Ich bin jetzt fast 7 Jahre trocken und seither kämpfe ich mit diesen Problemen. Wenn es wirklich ums Buße tun ginge, dann finde ich, dass ich schon genug Buße getan habe. Mir reichts einfach!
Und ja, doch ich bin enttäuscht. Und ich verdräng das sicher nicht, nur weil ich mir einrede, dass ich noch Buße tun müsste. Ich bin so schon ziemlich fertig und wenn ich mir dann noch einrede, dass das eine Strafe sei und dass ich das verdient habe, dann kann man mein Selbstwertgefühl gleich den Gulli runter spülen. Wenn ich eins in den vielen Jahren gelernt habe, dann dass ich alles, was ich bedrückt rauslassen soll. Und das kann dir sicher jeder Therapeut bestätigen. Im Endeffekt sind verdrängte Sachen wie ein Boomerang. Du schaffst sie weg und sie kommen irgendwann mit vollen Karacho zu dir zurück. Ich denke, an dem Punkt wäre mein Leben als Trockener wirklich in Gefahr, das würde mich nämlich ganz schön aus der Bahn werfen.
Tut mir leid, wenn die Antwort auf deinen Kommi etwas krass geworden ist. Trotzdem danke für deinen Kommentar.
Liebe Grüße - Blue777